Was ist MS?

Die Multiple Sklerose (MS), auch als Encephalomyelitis disseminata (ED) bezeichnet, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der die Myelinscheiden (elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern) im zentralen Nervensystem (ZNS) angegriffen werden. Die Ursache dieser sogenannten Entmarkungserkrankung ist trotz sehr vielen Forschungen noch nicht geklärt. Sie ist eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen neben der Epilepsie.

Bei der Multiplen Sklerose entstehen im Gehirn und im Rückenmark (multiple) entzündliche Entmarkungsherde, die möglicherweise durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden der Nervenzellenforsätze verursacht werden. Die Entmarkungsherde können im gesamten ZNS auftreten, so kann die Multiple Sklerose fast jedes neurologische Symptom verursachen. Die ersten Symptome treten meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr im Rahmen eines Schubes auf.  Ein Schub ist definiert als das Auftreten neuer oder das Wiederaufflammen bereits bekannter klinischer neurologischen Symptome, die länger als 24 Stunden anhalten und denen eine entzündlich-entmarkende Schädigung des ZNS zugrunde liegt. Im normal Fall treten beim ersten Schub Sehstörungen geparrt mit Minderung der Sehstärke und Störungen der Augenbewegung vor. Aber auch nicht typische Symptome wie Blasen- und Darmstörungen können ein Anzeichen für MS sein. Die 3 wichtigsten Untersuchungen zur Abklärung sind die Blutabnahme, MRT (Magnetresonanztherapie) und die Lumbalfunktion (Nervenwasserentnahme durch Punktion des Lumbalkanals).

Bei einem akuten Schub bekommt man intravenös Glucocorticoiden (Cortison) für 3-5 Tage. Die Gabe von hochdosierten Glucocorticoiden kann während eines Schubes die Rückbildung von Symptomen initiieren und beschleunigen. Glucocorticoide wirken entzündungshemmend. Cortison vermindert die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, so dass weniger weiße Blutkörperchen in die Entzündungsherde im ZNS einwandern können. Manchmal reicht dies aber nicht aus. Wenn die akuten Symptome bestehen bleiben oder noch stärker werden bekommt man ca. 1 Woche später noch mal ein Cortison Stoß von bis zu 5 Tagen. Als letzte Therapie möglichkeit gibt es noch die Plasmapherese zur Reinigung der Blutes. So werden entzündliche Veränderungen im Blut entfernt.

Leider gibt es auch Nebenwirkungen unter Cortison wie z.B. Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, kurzzeitiger Geschmacks Verlust und Erhöhung der Blutzuckerwerte.

Die Krankheit ist unheilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen oft günstig beeinflusst werden. Entgegen der landläufigen Meinungen führt die Multiple Sklerose nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen. Auch viele Jahre nach Beginn der Erkrankung bleibt die Mehrzahl der Patienten noch gehfähig.

Es gibt verschieden Arten der MS. Die Schubförmig remittierende MS, die sekundär progrediente MS und die primär progrediente MS. Bei der schubförmig remittierenden MS (englisch relapsing remitting, kurz RR-MS) lassen sich einzelne Schübe abgrenzen, die sich vollständig oder unvollständig zurückbilden. Die sekundär progrediente MS (englisch secondary progressive, kurz SP-MS) ist durch eine langsame Zunahme neurologischer Dysfunktionen gekennzeichnet. Nach etwa 10 bis 15 Jahren geht die RR-MS in etwa der Hälfte der Fälle in die sekundär progrediente Verlaufsform über. Im Gegensatz zu den anderen Formen der MS beginnt die primär progrediente MS (englisch primary progressive, PP-MS) nicht mit Schüben, sondern mit einer schleichenden Progression der neurologischen Defizite ohne Rückbildung. Die häufigste MS Form ist mit etwa 85 % die RR-MS.

So das war es erstmal von mir. Beim nächsten Mal erzähle ich euch mehr über die Medikamentösen Therapien, begleitende Behandlungen wie Physiotherapie und was uns MS’lern sonst noch so hilft, damit wir ein langes fröhliches und Schubfreies Leben haben werden.

Eure Sarah

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